Der DSGV hat mit seinem Interpretationsleitfaden zu den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (V5.0) grundlegende und richtungsweisende Vorgaben u.a. zum Begriff der „Wesentlichkeit“ von Prozessen determiniert.

In einer Vielzahl der Sparkassen ist das Prozessmanagement, das die wesentlichen Veränderungen der Kontrollverfahren und der Kontrollintensitäten von Prozessen prüfungs- und revisionsgerecht dokumentieren und problemlos erheben lässt, nicht oder nur unzureichend im Sinne des AT 8.1 / 8.2 u.w. (MaRisk) implementiert.
Im Gegenteil: Prozessmanager sind, wenn sie überhaupt existieren, in ihren mehr oder weniger „schlecht“ und ohne Kompetenzen definierten Rollen und Funktionen als interne Dienstleister und Organisatoren von den Informationen der Fachabteilungen zu Prozessen und Produkten abhängig.

Lösungsansatz
Hier bietet sich mit der gemeinsamen Verknüpfung des Interpretationsleitfaden (MaRisk) und des Prozessmanagements ein sehr interessanter und von der Sparkassen Consulting auch bereits in der Praxis verprobter Lösungsansatz an.  Bei mehreren Sparkassen sind die o.g. erneuerten konzeptionellen Vorgaben zum Prozessmanagement bereits in der Umsetzung bzw. Anwendung.
Kombiniert man die Vorgaben des Interpretationsleitfaden (MaRisk) – speziell im Sinne der Wesentlichkeit – mit der in der Sparkasse anfallenden Anzahl an Gesamtprozessen, kategorisiert diese z.B. in TOP-, A-, B- und C-Prozesse, so hat das zukünftige Prozessmanagement eines Hauses endlich das entscheidende Steuerungsmedium.

Somit können wesentliche Veränderungen, Kosten-Nutzen-Relationen, Wertigkeiten von Prozessen und Ansätze zur Optimierung von Prozessworkflows in einem gemeinsam fokussierten Blickfeld betrachtet werden.

Kurioserweise ist somit der Interpretationsleitfaden (MaRisk) auch der „wesentliche“ Treiber für ein hochqualifiziertes Prozessmanagement, welches es in dieser konzentrierten und durchgreifenden Form bisher nicht gegeben hat. Aufsichtsrechtliche Rahmenbe¬dingungen werden mit der Notwendigkeit der Umsetzung und des Managens von schlanken, effizienten und kostengünstigen Prozessen optimal miteinander verbunden.

Mit Beginn des Jahres 2014 sind die internen Festlegungen eines Hauses zur Wesentlichkeit von Prozessen prüfungsrelevant, immer angepasst an die hausindividuelle Risikosituation. Das macht es notwendig, einen veränderten Aufbau der OE Organisation festzulegen, verknüpft mit einem  kompetenzgerechten und unabhängigen  Prozessmanagement.

Begrüßenswerter Weise und im Interpretationsleitfaden (MaRisk)  so festgelegt, gibt es hier kein „one size fits all“.  Angemessenheit und Pragmatismus sollten die Steuerungsgrößen für eine individuelle Umsetzung bestimmen.
Eine verstärkte, weitere Durchdringung dieses Themas ist für die Sparkassen somit nur eine Frage der Zeit.