Interview mit Dieter Seehofer, Vorstandsvorsitzender, über PARES Kompakt.

Herr Seehofer, die Sparkasse Ingolstadt ist mit einer Cost-Income-Ratio von 44 eine der erfolgreichsten Sparkassen in Deutschland. Was ist das Erfolgsrezept Ihrer Sparkasse?

Erfolg hat man nicht einfach, sondern weil man etwas dafür tut. Dazu gehört das unbedingte Wollen, nachhaltig in der Sparkasse überdurchschnittlich zu sein. Erfolg beginnt im Kopf und wir sind sehr konsequent darin, das, was wir uns vornehmen, auch erreichen zu wollen. Im Dienstleistungssektor muss man dazu ­als erstes die Orientierung am Menschen suchen, und zwar an den Kunden und Mitarbeitern in gleichem Maße. Da bedingt das eine das andere. Eine klare Orientierung am Menschen ist eines der Erfolgsgeheimnisse in dieser schnelllebigen Zeit. Hinzu kommt der zweite Schlüssel zum Erfolg: Ein geschlossener unternehmerischer Kreislauf und eine klare Zielorientierung im Sinne einer Benchmark-Orientierung. Wir haben ein Grundraster der Felder, in denen wir besonders erfolgreich sein wollen – und das messen wir konsequent. Dieses Grundraster verfolgen wir mit Augenmaß und der Orientierung am Menschen, aber genauso konsequent. Das ist die Kultur der Sparkasse Ingolstadt. Eine nicht kopierbare Unternehmenskultur, die heute Früchte trägt, aber auch eine große Verpflichtung beinhaltet.

Sie haben 2006 zum ersten Mal PARES Kompakt in Ihrer Sparkasse durch­geführt. Welche Rolle spielt PARES Kompakt in der erfolgreichen Entwicklung der Sparkasse Ingolstadt?

PARES Kompakt ist ein wichtiger Baustein in unserem vernetzten unternehmerischen Betätigungsfeld. Die Technik PARES ­Kompakt stiftet einen großen Nutzen. Dieser zahlenmäßige Blick von außen, ­ergänzt durch die persönliche Beratungsleistung, hat uns wertvolle Impulse geliefert. Im eigenen Denken ist man oft beschränkt. Man glaubt zu wissen „wie es geht“, aber genau das stimmt nicht. Wir sind immer wieder gefordert, den Blick von außen einzufordern. Wenn man dann auch noch bereit ist, die Ergebnisse anzunehmen und konsequent umzusetzen, kann das erheblichen Nutzen stiften. ­PARES Kompakt ist ganz klar ein wichtiger Baustein unseres Erfolges.

Welche Maßnahmen sind in Ihrer Sparkasse auf die Analyse PARES Kompakt im Jahr 2006 gefolgt?

Nachdem wir mit PARES Kompakt erkannt hatten, wie sich das IST in unserem Haus darstellt, haben wir uns auch hier wieder klare und messbare Ziele gegeben. Wir haben uns dabei konsequent an den Referenzwerten orientiert und unsere Ziele daraus abgeleitet. Die Technik ist immer nur so gut wie wir, die wir uns daran orientieren! Allerdings haben wir das nicht technokratisch durchgezogen, sondern die Besonderheiten unseres Hauses berücksichtigt. Wenn man das nicht tut, kann PARES Kompakt ein kulturverletzender Baustein sein. Nur in der Kombination von unternehmerischem Denken und konsequentem Technikeinsatz funktioniert das. Wir haben festgelegt, mit welchen Mitarbeiter-Kapazitäten wir uns unseren Aufgaben stellen wollen, und haben das in den Jahren seit 2006 aufgearbeitet. Manchmal hat PARES Kompakt auch noch zu ergänzenden Überlegungen geführt. Ein Beispiel ist die Revision: Damals war dieser Unternehmensbereich noch etwas ausgeklammert, aber wir haben das im Nachgang auch dort integriert. Mittlerweile ist die Revision ja voll im System PARES Kompakt enthalten. Für uns war nur von Anfang an wichtig: Dieselben Gesetzmäßigkeiten müssen für alle gelten, da darf es keine Ausnahmen geben. Das galt 2006 und gilt heute. Unsere heutige Effizienz ist letztlich auch ein Ergebnis von PARES Kompakt.

Im Jahr 2012 haben Sie PARES Kompakt zum zweiten Mal durchgeführt. Welches Ziel verfolgen Sie mit der regelmäßigen Nutzung von PARES Kompakt?

Man bleibt nur gut, wenn man dran bleibt. In unserer Zeit muss man die Anspannung aufrechterhalten. Ein Analyse-Instrument, das vor sechs Jahren gut für unser Haus war, wird es auch heute sein. Wir wollen eine weiterlernende Organisation sein, also ist die logische Konsequenz die Wiederanwendung des Systems PARES Kompakt. Wenn wir nicht permanent unsere Anspannung aufrechterhalten und nicht permanent solche Verfahren nutzen um besser zu werden, hören wir auf, gut zu sein.

Die Bankenlandschaft sieht sich mit großen Anforderungen in ihrem Umfeld konfrontiert. Wie schätzen Sie die künftige Bedeutung von Instrumenten wie PARES Kompakt und den zugrunde liegenden Modellkonzeptionen in der Sparkassen-Finanzgruppe ein?

Die Instrumente sind gut, aber sie sind letztlich nur der Werkzeugkoffer. Die Instrumente sind so gut wie ihre Anwender. Werkzeuge alleine würden nicht reichen. Analog PARES Kompakt reicht es auch nicht, nur die Modellkonzepte anzuwenden. Allerdings können wir durch die Modellkonzepte erkennen, was noch vorstellbar, was denkbar ist. Ich setze stark auf Persönlichkeitsentwicklung, aber wir müssen auf allen Klaviaturen gleichmäßig spielen. Dabei gilt es, die Konzepte, die technisch-organisatorisch zu sehen sind, mit den Menschen in unserer Sparkasse umzusetzen. Deshalb müssen wir die Menschen erreichen. Die Modellkonzepte sind dabei immer eine Leitplanke, die für die Umsetzung vor Ort erforderlich ist. Dazu gehört auch unternehmerische Flexibilität. Die Modellkonzepte – und dazu gehört auch PARES Kompakt – überzeugen sehr. Durch sie werden Trägheitsmomente aus den Organisationen herausgenommen. Man muss sich permanent daran messen und muss auch die Konzepte und deren Inhalte permanent durchdringen. Auch deshalb haben wir uns für einen Einsatz von PARES Kompakt entschieden, um zu sehen, wo wir gut unterwegs sind und wo noch Hand­lungsbedarf besteht. Möglicherweise ist manchmal auch eine gewisse Unsicherheit bei den Kollegen da, wenn die Bauch­gefühle bestärkt werden durch PARES Kompakt. Das kann schmerzhaft sein, aber man ist nur dann erfolgreich, wenn man die Anregungen auch aufgreift und konsequent umsetzt.

Was hat Sie dazu bewogen, die snc Bayern als Partner bei der Durchführung der beiden PARES Kompakt-Projekte auszuwählen? Wie sind Ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit und mit der Vorgehensweise der snc Bayern im Projekt PARES Kompakt?

Die snc Bayern ist „der FC Bayern der ­Beratungsunternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe“. Anfangs war es sicherlich auch zum Teil ein Ausfluss des Verbundgedankens, dass wir uns für die snc entschieden haben, aber dann bestärkten uns die ausschließlich guten Erfahrungen, die wir mit der snc gemacht haben. Bei aller Bedeutung eines Systems oder eines Unternehmens müssen auch die Menschen stimmen, und das gilt in hohem Maße für die snc. Die Berater der snc haben neben der Professionalität auch die Fähigkeit, die Kultur der Sparkasse Ingolstadt auszulesen und zu berücksichtigen. Diese Fähigkeit zeigen die Berater immer wieder. Wenn ich den Eindruck hätte, dass hier Technokraten ihr Geschäft abwickeln, hätte ich mich nicht ein zweites Mal für die snc entschieden. Aber die Kombination von gutem System bzw. guter Technik und Menschen, mit denen man „kann“, ist wichtig! Es darf – ja, es soll auch – im Umgang miteinander Spaß machen, das Haus Ingolstadt weiterzuentwickeln.

Ich lebe Partnerschaften, wenn sie mir Nutzen stiften, und auch das spricht für die snc Bayern. Die Menschen in Verbindung mit dem Profiwissen und den Erfahrungen aus vielen anderen Sparkassen haben uns überzeugt.

Portrait: Dieter Seehofer Dieter Seehofer Vorstandsvorsitzender Sparkasse Ingolstadt