Das Geschäftsgebiet der Sparkasse Forchheim ist 643 qkm groß und hat über 113 000 Einwohner. Angesichts immer dynamischer werdender Kundenströme beauftragte die Sparkasse Forchheim die snc Bayern, jeden Standort − unter Zuhilfenahme von soziodemografischen und soziökonomischen Daten − quantitativ zu bewerten.

Die Bevölkerung Forchheims ist von 1972 bis heute um etwa 25 % gewachsen, wo­bei die Zahl in den letzten Jahren stagnierte. Forchheim ist Mitglied der Metro­polregion Nürnberg und erhofft sich daraus wirtschaftliche Impulse. Dennoch wirkt die Stadt Nürnberg, als Zentrum und größte Stadt Mittelfrankens, auf die Entwicklung des Landkreises. Zudem beeinflusst Forchheim als Einkaufszentrum des Landkreises die regionale Entwicklung im Geschäftsgebiet der Sparkasse. Die daraus resultierenden immer dynam­ischer werdenden Kundenströme waren der Grund, das Geschäftsstellennetz mit Blick auf die Zukunft näher zu analysieren. Dabei sollte geklärt werden, ob die Sparkasse Forchheim mit ihren Geschäftsstellen am richtigen Ort positioniert ist.

Ausgangssituation

Der Landkreis verfügt über eine gute wirtschaftliche Basis. Der Kaufkraftindex liegt in fast allen Gemeinden über dem Bundesdurchschnitt. Die Stadt Forchheim als einziges und starkes Einkaufszentrum vereinnahmt einen Großteil der Kaufkraft und beeinflusst demzufolge die Einkaufsströme stark. Die Analyse zeigte jedoch, dass über 60 Prozent der Kunden – ein sehr hoher Wert – ihrer Geschäftsstelle „treu“ sind.

Auftrag

Die Sparkasse beauftragte die snc Bayern, jeden Standort − unter Zuhilfenahme von soziodemografischen und soziökonomischen Daten − quantitativ zu bewerten. Diese Analyse sollte aufzeigen, mit welchen Maßnahmen ein Standort betriebswirtschaftlich sinnvoll im Kontext des jeweiligen Umfelds geführt werden kann. Mit einer ergänzenden qualitativen Analyse galt es, einen Teil der Filialstandorte näher zu beleuchten und auf Basis der Kundenfrequenz ein Konzept für optimierte Öffnungszeiten zu erarbeiten.

Wesentliche Ergebnisse

Um die die regionale Abdeckungsqualität festzustellen, nutzt die snc Bayern im Rahmen der quantitativen Analyse das selbst entwickelte Auswertungstool „GS-Optimizer ©“. Dieses Werkzeug misst Entfernungen zwischen einzelnen Geschäftsstellen und zeigt regionale Häufungen im Filialnetz auf. Das Vorgehen ergab für die Stadt Forchheim eine durchschnittliche Entfernung von 1,5 km zwischen den „Stadtgeschäftsstellen“, für den Landkreis zeigte sich ein Entfernungswert von 4,2 km. Im Vergleich zu anderen vergleichbaren Geschäftsgebieten in Bayern entspricht dies einer überdurchschnittlich hohen geografischen Abdeckung mit Geschäftsstellen.

Entsprechend der Standortstrategie der Sparkasse erfolgte eine gewichtete Bewertung (in Klammer die Gewichtung) mit Kennzahlen zu: Wettbewerb (11 %), Marktpotenzial (32 %), Wirtschaftlichkeit (23 %), Kopplungspotenzial, gleichbedeutend mit der Anziehungskraft eines Standortes (33 %). Dadurch erhielt die Sparkasse ein Ranking über alle Standorte, das z. B. zielgerichtete Planungen von zukünftigen Investitionen ermöglicht.

Für ausgewählte Standorte nahm die snc Bayern im Rahmen der qualitativen Analyse eine Einzelbewertung der Geschäftsstellen vor: mittels einer Filialbesichtigung, einer Begehung des Umfelds und anhand eines Interviews mit dem Geschäftsstellenleiter. Die Ergebnisse waren die Basis für Handlungsempfehlungen, wie z. B. neben der Auffindbarkeit auch punktuell das Erscheinungsbild zu verbessern. Insgesamt bestätigte sich der bereits bestehende Eindruck, dass für die Sparkasse Forchheim trotz der hohen Investitionen in das Filialnetz vereinzelt noch Handlungsbedarf besteht, um die angestrebte Qualität in der Flächenpräsenz auch zukünftig zu gewährleisten.

Im Zuge einer Öffnungszeitenanalyse wurden in Zusammenarbeit mit der Sparkasse die Kundenfrequenzen näher beleuchtet. Das Ergebnis: Bei größeren Geschäftsstellen erscheint eine Ausweitung, bei kleineren Geschäftsstellen eine Reduzierung der mitarbeiterbedienten Öffnungszeiten sinnvoll. So können die vorgeschlagenen Anpassungen dazu führen, dass insgesamt acht Prozent mehr Kunden persönlich angesprochen werden. Das entspricht insgesamt 65 000 zusätzlichen Kontaktmöglichkeiten für den Vertrieb und erhöht auf der Kundenseite die qualitative Wahrnehmung von mehr Präsenz der Sparkasse vor Ort.

 

Abb.-1-Projektteam_neu

Projektteam v. l. n. r.: Harald Reinsch (Vorstandsmitglied), Thomas Pötsch, Thomas Hämmerl (snc Bayern), Peter Dirsch (snc Bayern), Josef Wagner, Stefan Stadter, Marion Herden, Reinhold Sponsel, Stefan Seiler (snc Bayern), Bruno Krenzel, Dr. Ewald Maier (Vorstandsvorsitzender)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit

Die Sparkasse Forchheim erhielt aus der gesamtheitlichen Analyse des Filialnetzes durch die snc Bayern eine transparente und umfangreiche Entscheidungsgrundlage, um gezielt und zukunftsgerichtet auf Veränderungen im Geschäftsgebiet reagieren zu können. Die Empfehlungen zu standortspezifischen Öffnungszeiten, die auf die dortigen Kundenfrequenzen ausgerichtet sind, möchte die Sparkasse über eine Pilotierung an einzelnen Standorten schrittweise umsetzen.

Dr.
Ewald Maier
Vorstandsvorsitzender Sparkasse Forchheim
Harald Reinsch Vorstandsmitglied Sparkasse Forchheim
Thomas Pötsch Unternehmens- bereichsleiter Vertriebsmanagement & Kommunikation Sparkasse Forchheim