Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin stiegen die Produktionsausfallkosten durch psychische bedingte Fehlzeiten am Arbeitsplatz allein zwischen 2012 und 2014 um ein Drittel auf 8,3 Milliarden Euro. Besonders betroffen sind Dienstleistungsbranchen mit direktem Kundenkontakt, hohem Erfolgsdruck sowie hohen geistigen Anforderungen. Insofern verwundert es nicht, dass auch in der Bankenbranche die Gesundheitsrisiken durch psychische Belastungen in den vergangenen Jahren rapide zugenommen haben, von Sondereinflüssen wie Wirtschafts- und Finanzkrise ganz zu schweigen.

Engagement für die Mitarbeiter

Die Sparkassen-Finanzgruppe ist der größte gewerbliche Arbeitgeber und Ausbilder Deutschlands. Die Gesundheit der Mitarbeiter in einem fordernden Arbeitsumfeld hat oberste Priorität. Die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz dient deshalb nicht nur der Erfüllung gesetzlicher Vorschriften und der Reduktion von Haftungsrisiken. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Fürsorgepflicht der Sparkassen als Arbeitgeber und leistet einen Beitrag zur Verbesserung des Arbeitsklimas und damit zur Steigerung der Mitarbeitermotivation und -produktivität. Mittel- und langfristig hat dies Auswirkungen auf die Mitarbeiterloyalität und -bindung sowie auf die Reputation und Attraktivität einer Sparkasse als Arbeitgeber.

Die Maßnahme bietet der Unternehmensführung zudem eine Reihe von Chancen zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit ihrer Organisation. Die Identifikation und Reduktion bestehender psychischer Belastungen kann zu einer signifikanten Verringerung von Fehlbeanspruchungen und Fehlzeiten führen. Organisatorische Schwachstellen und Reibungspunkte werden sichtbar und können behoben werden.

Unsicherheiten und Vorbehalte in der Praxis

Gegenüber der Umsetzung dieser Gefährdungsbeurteilung gibt es nun Unsicherheiten etwa darüber, was unter psychischen Belastungen am Arbeitsplatz genau zu verstehen ist, mit welchen Methoden sie systematisch erhoben werden können, welche Folgen sie haben und mit welchen auch wirtschaftlich vertretbaren Maßnahmen ihnen präventiv entgegengewirkt werden kann.

Vorbehalte resultieren aus der Skepsis, ob eine hinreichende Abgrenzung zwischen den psychischen Belastungen am Arbeitsplatz und individuellen psychischen Problemlagen der Mitarbeiter gelingen kann. Die Nachfrage seitens der Sparkassen nach Informationen und Unterstützung bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen ist groß.

Modulares Konzept für jedes Haus

Um diesen Herausforderungen der betrieblichen Praxis zu begegnen, hat die Sparkassen Consulting zusammen mit dem Institut für Gesundheitsmanagement und Innovation (IGeMI) ein modulares Konzept entwickelt, das eine flexible und unbürokratische Umsetzung der Gefährdungsbeurteilungspflicht ermöglicht, und das es insbesondere erlaubt, auf bestehenden Vorarbeiten in der jeweiligen Sparkasse aufzubauen. Dieses Konzept besteht aus vier Bausteinen, die je nach Stand der Vorarbeiten einzeln und in Kombination eingesetzt werden können.

 

Gefährdungsbeurteilung

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Zunächst werden die erforderlichen Daten und Informationen zu Arbeitsbedingungen und psychischen Belastungen der Mitarbeiter zusammengestellt bzw. erhoben, bereits vorhandene Erkenntnisse können miteinbezogen werden. Zusätzliche Daten können anhand qualitativer Methoden (z.B. moderierte Workshops, Interviews, Beobachtungen) als auch quantitativer Methoden (Online- oder Paper-and-Pencil-Befragung mit einem standardisierten Fragebogen) gewonnen werden. Datenschutz hat oberste Priorität. Hier hat sich die Zusammenarbeit mit einer externen Institution wie dem IGeMI bewährt, das als universitäres Institut als Trust Center fungiert und die Akzeptanz der Befragung seitens der Mitarbeiter fördert.
  2. Der zweite Baustein beinhaltet die fachgerechte Auswertung und Beurteilung aller Daten. Wir verwenden für die umfassende Analyse in der Regel eine spezialisierte Auswertungssoftware. Abschließend beurteilen wir die aktuelle Gefährdungssituation bezüglich psychischer Belastungen in einer Sparkasse und zeigen dabei auch Schwachstellen und Risiken auf.
  3. Im Rahmen des dritten Bausteins werden dann Maßnahmen und Interventionen entwickelt: sowohl verhältnisbezogen (d.h. die Arbeitsgestaltung betreffend) als auch verhaltensbezogen (d.h. die individuellen Kompetenzen und Verhaltensweisen betreffend). Besonders bewährt hat sich hierzu ein von Fachexperten begleitetes schlankes Workshop-Konzept. Die Sparkasse erhält eine konkrete Umsetzungsplanung. Eine Wirksamkeitskontrolle sollte mitgeplant werden.
  4. Vorgehen und Ergebnisse werden im abschließenden vierten Baustein dokumentiert. Dabei müssen neben gesetzlichen Anforderungen auch die spezifischen Informationsbedarfe unterschiedlicher Adressaten und Stakeholder berücksichtigt werden. Die hier beschriebenen Bausteine können auch einzeln eingesetzt werden, etwa wenn die Gefährdungsbeurteilung in Teilen schon umgesetzt wurde.

 

Aus der Zusammenarbeit mit der Sparkassen Consulting und dem Institut für Gesundheitsmanagement und Innovation (IGeMI) ergeben sich für Sparkassen dabei eine Reihe von Vorteilen:

  • Anwendung neuester arbeitswissenschaftlicher Methoden zur Ermittlung, Beurteilung und Maßnahmenableitung, dadurch hohe Akzeptanz durch die Aufsichtsbehörden,
  • neutrale Moderation des gesamten Erhebungs-, Auswertungs- und Beurteilungsprozesses, dadurch hohe Akzeptanz durch die Mitarbeiter,
  • Garantie der Anonymität und Datensicherheit, externer Partner fungiert als Trust Center,
  • langjährige Erfahrung mit der Gefährdungsbeurteilung psychischer Arbeitsbelastungen und intime Kenntnis der spezifischen Kontextbedingungen von Sparkassen.

Sprechen Sie uns an! Wir unterstützen Sie gerne!

 

 

Prof. Dr.
Achim Hecker
Leiter IGeMI und Rektor Privatuniversität Schloss Seeburg, Österreich