Ganz nah dran – im Dialog mit den Sparkassen

Die Corona-Krise beschäftigt aktuell jeden, ob privat oder im Business.
Wir haben uns im April gefragt, wie die Sparkassen damit umgehen.
Um Fakten zum Heute aber auch Morgen zu schaffen, sind wir in den empirischen Dialog mit den Sparkassen getreten, um die Wahrnehmungen über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Sparkassen – und deren Reaktion – aufzunehmen.

Um kurzfristig auf die Krise zu reagieren haben 90% der befragten Sparkassen einen Krisenstab eingerichtet, ebenfalls 90% die Hygienevorschriften verschärft und 71% Dienstreisen verboten. 67% der Sparkassen haben Geschäftsstellen vorübergehend geschlossen und 48% die Kreditvergabe für die Kunden erleichtert.

Auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter wurden angepasst: Die Home-Office-Option wurde von 81% ermöglicht und die virtuelle Zusammenarbeit von 76% gefördert. Um den Geschäftsbetrieb weiterhin aufrecht erhalten zu können, wurde die interne Kommunikation in den Sparkassen ausgebaut: Dazu gehören mehr E-Mails, Telefon- und Videokonferenzen, auch das ICM (Intranet Content Management) ist als zentraler interner Kommunikationskanal für 38% wichtiger geworden.

Erwartungen

Die Kundenfrequenz im stationären Geschäft geht verständlicherweise zurück. Ein weiterer Rückgang wird von den Sparkassen erwartet. Darüber hinaus gehen viele davon aus, dass sowohl Privat-, Firmen-, Geschäfts- als auch Gewerbekunden vermehrt in Zahlungsverzug geraten werden. Trotzdem erwarten die Sparkassen, dass die Produktabschlüsse nicht weiter zurückgehen. Vor allem mit einem Anstieg der Kreditnachfrage wird gerechnet.

Abb.: Bereits eingetretene und erwartete Auswirkungen (mit Ausmaß über 10%) der Corona-Krise

Besonders hoch schätzen die Teilnehmer das Markt- und Kreditrisiko ein. Um den Risiken gewappnet gegenüberzutreten, bauen sie die proaktive Beratung (67%) und aktive Kommunikation zum Endkunden (50%) stark aus, setzen vereinfachte Kreditvergabeprozesse um (83%) und weiten die Arbeitszeiten zur Bearbeitung der Kreditanträge aus (42%).

Um den operationellen Risiken und Geschäftsrisiken zu begegnen, wird die Omnikanal-Beratung stark ausgebaut (75%) und die Kunden werden verstärkt zu bargeldlosem und kontaktlosem Bezahlen informiert (83%).

Viele der Umsetzungsschritte sind aus Sicht der Sparkassen jedoch nicht nur aktuell wichtig, sondern auch nach der Corona-Krise unabdingbar. Vor allem auf dem Ausbau der Omnikanal-Beratung wird der Fokus liegen.

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