Seit Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie nutzen viele Sparkassen vermehrt Bestandteile aus dem gewerblichen Kapitaldienst in OSPlus-Kredit: Die gesetzlich geforderte Darstellung des Kapitaldienstverlaufes ist etwa mit einer Excel-Tabelle schwierig abzubilden. Excel mag auf den ersten Blick flexibler erscheinen als die FI-Anwendung. Doch letztere bietet weitreichendere Vorteile:

  • Die in EBIL ausgewerteten Unterlagen können maschinell in den juristischen Bestand von OSPlus und somit auf einen OSPlus-Kredit-Vorgang übernommen werden.
  • Weitere wirtschaftliche Unterlagen wie z.B. BWA, G/V und Planungen, Einkommensteuerunterlagen oder Einnahmen und Ausgaben sind direkt in OSPlus sowie im OSPlus-Kredit Vorgang auswertbar. Somit sind die Auswertungen jederzeit und für jeden berechtigten User in OSPlus einsehbar.
  • Die Auswertungen der wirtschaftlichen Unterlagen erfolgen in dem technischen Modul, dem sog. Wirtschaftliche Verhältnisse Verwalten (WVV). Hier können auch verschiedene Unterlagen zur Firmenentwicklung miteinander verglichen werden. Hochrechnungen von unterjährigen BWAs werden maschinell unterstützt.
  • Die Kapitaldienstgrenze (erweiterter Cashflow) wird aus WVV automatisiert für die Kapitaldienstberechnung im OSPlus-Kredit-Vorgang bereitgestellt. Der Kapitaldienst wird von der Kapitaldienstgrenze abgezogen und ergibt die freie Kapitaldienstgrenze. Der entsprechende Kapitaldienstverlauf bzw. der Kapitaldienst kann für ein bestimmtes Jahr dargestellt werden. Die gewerblichen sowie privaten wirtschaftlichen Verhältnisse werden berücksichtigt.
  • Unterlagen bezüglich der wirtschaftlichen Verhältnisse sowie das entsprechende Auswertungsergebnis inklusive Bilanzkritik können unabhängig von der Darstellung der Kapitaldienstfähigkeitsrechnung in den Kreditbeschluss übernommen werden. Anlagen zum Beschluss sind dadurch überflüssig.

Der gewerbliche Kapitaldienst in Zusammenhang mit WVV bietet viele Vorteile für die Sparkassen. Aus Effizienzgründen sollte das Ziel einer Sparkasse sein, den Standard der Sparkassen-Finanzgruppe zu nutzen – auch wenn nicht jede komplexe Kapitaldienstfähigkeitsberechnung darstellbar ist.

Die Praxis hat allerdings gezeigt, dass die Anwendung nicht durchgehend selbst erklärend ist. Somit besteht Optimierungsbedarf bei der Übersichtlichkeit, der Herleitung einzelner Berechnungen sowie bei der Nachvollziehbarkeit.

Eine Vielzahl von Anpassungen erfolgte bereits im OSPlus-Regelbetrieb vor und mit dem Release-Einsatz 16.0, wobei im Wesentlichen Darstellungen und Funktionalitäten optimiert wurden. Mit Release 16.1 ist eine weitere Vereinfachung bzw. Optimierung der Kapitaldienstrechnung vorgesehen.

Für eine optimale und umfangreiche Nutzung des gewerblichen Kapitaldienstes und WVV empfiehlt es sich, einem roten Faden in der Kapitaldienstanwendung zu folgen. So bleibt diese für die User überschaubar.

Wir stellen Ihnen den Kapitaldienst in OSPlus-Kredit gerne vor – und sind Ihnen natürlich ebenso gern bei der Implementierung des gewerblichen Kapitaldienstes in Ihre Prozesse behilflich

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