PARES Data: Outsourcing von Dienstleistungen

Der Gesamtanteil der Personal-substituierenden Sachkosten ist bei den größeren Sparkassen am deutlichsten zurückgegangen. Bei unserer Analyse haben wir die PARES Kompakt-Ergebnisse vielfach differenziert.

In PARES Kompakt-Erhebungen werden ausgelagerte Dienstleistungen mit ihrem Personalkostenanteil berücksichtigt und fließen als Ist-Kapazitäten ein. Dabei wird in zwei Kategorien unterschieden: Markt- und Marktfolgetätigkeiten (PARES Organisationstyp OT0702) und Stabstätigkeiten- und Hilfsdienste (PARES Organisationstyp OT0703).

Wichtig: PARES Kompakt erfasst ausschließlich den Anteil der Personalkosten an der eingekauften Dienstleistung. Es erfolgt keine Analyse auf Basis einer Vollkostenbetrachtung (Personalkosten + Sachkosten), da PARES Kompakt ein Instrument der Ressourcensteuerung darstellt und somit die Sachkosten nicht berücksichtigt. In der Analyse haben wir die Entwicklung des prozentualen Anteils der Personal-substituierenden Sachkosten (PSSK) an den Gesamtkosten und der Gesamtkapazität der Sparkassen der Jahre 2017 – 2019 ermittelt. Bei der Gesamtkapazität wurde zusätzlich nach drei Größenklassen in Bezug auf das Kundengeschäftsvolumen (KGV II) differenziert, um festzustellen, ob signifikante Unterschiede bestehen.

Anteil der PSSK an den Personalkosten

In der ersten Grafik stellen wir den Anteil der PSSK an den Personalkosten der Sparkasse dar. Dabei zeigt sich, dass der prozentuale Kostenanteil der PSSK von 2017 (4,68%) zu 2019 (3,83%) um ca. -0,85%-Punkte zurückgegangen ist. Davon sind die PSSK für die Markt- und Marktfolgetätigkeiten von 2017 (1,52%) zu 2019 (0,98%) mit -0,54% anteilig stärker zurückgegangen als die der Stabs- und Hilfsbereichstätigkeiten (-0,32%-Punkte).

Anteil der PSSK an der Gesamtkapazität

Auch in der Betrachtung des prozentualen Anteils an der Gesamtkapazität zeigt sich ein Rückgang der PSSK um ca. -0,80%-Punkte. Von 2017 (6,07%) zu 2019 (5,27%). Davon sind die PSSK für die Markt- und Marktfolgetätigkeiten von 2017 (1,66%) zu 2019 (1,03%) mit -0,63%-Punkte anteilig stärker zurückgegangen als die der Stabs- und Hilfsbereichstätigkeiten (-0,17%-Punkte).

Grafik 2 zeigt den prozentualen Anteil der PSSK an der Gesamtkapazität der Sparkassen im Zeitverlauf 2017 bis 2019.

Anteil der PSSK an der Gesamtkapazität in drei Größenklassen

Für eine weitere Differenzierung der Gesamtkostenbetrachtung haben wir das KGV II in drei Größenklassen nach Kundengeschäftsvolumen (KGV II)unterteilt:

  • Klasse 1: Sparkassen bis 3. Mrd. EUR KGV II
  • Klasse 2: Sparkassen von 3 bis 7 Mrd. EUR KGV II und
  • Klasse 3: Sparkassen größer 7 Mrd. EUR KGV II.

Die Entwicklung der Größenklasse 1 zeigt, dass der prozentuale Anteil der PSSK von 2017 (4,40%) zu 2019 (4,47%) mit +0,7%-Punkten leicht angestiegen ist.

In der Größenklasse 2 ist dieser Anteil von 2017 (6,59%) zu 2019 (5,36%) mit -1,23%-Punkte deutlich gesunken.

Die Größenklasse 3 zeigt mit -2,21%-Punkten einen noch deutlicheren Rückgang von 2017 (7,57%) zu 2019 (5,36%).

Grafik 3 zeigt den prozentualen Anteil der PSSK an der Gesamtkapazität der Sparkassen nach Größenklassen KGV im Zeitverlauf 2017 bis 2019.

Aus dieser Auswertung geht hervor, dass der Gesamtanteil der PSSK sowohl bei den Gesamtkosten für Personal als auch bei den eingesetzten Kapazitäten tendenziell abgenommen hat. Auch der Rückgang bei den größeren Sparkassen ist deutlicher als bei mittelgroßen Sparkassen. Bei den „kleineren“ Sparkassen ist der Anteil nahezu auf gleichem Niveau geblieben.

Zusammenfassend stellen wir fest, dass der Personalkostenanteil der PSSK am Gesamthaus zurück geht.

Die Gründe für diesen Trend können unterschiedlich sein. Unsere zwei Thesen:

Erste These

Die Sparkassen haben in den vergangenen Jahren vermehrt Prozesse und Schnittstellen optimiert (auch Outsourcing). Diese Optimierungen sorgen für Einsparungen, die nicht vollständig im Personalkörper realisiert werden und somit bei gleichen oder höheren Outsourcingkosten den Anteil sinken lassen. Das bedeutet, dass die Einsparungen im echten Personalkostenblock geringer sind als die Kostenausweitungen durch Outsourcing.

Zweite These

Im Personalkostenblock kommt es regelmäßig zu Erhöhungen (Tarif, Altersstufen, …), wohingegen Outsourcing in etablierten Bereichen durch Skaleneffekte stagniert oder zurückgeht.

Es bleibt offen, wie sich dieser Trend in Zukunft entwickelt.

Sie möchten mehr über Outsourcing in PARES Kompakt aus den vergangen PARES Projekten erfahren bzw. sich mit uns über die weiteren Analysemöglichkeiten aus PARES Kompakt austauschen? Dann sprechen Sie uns gerne an.