Mit einem Kunden- / Geschäftsvolumen von 677 Mio. Euro zählt die Sparkasse Nördlingen zu den kleinen Sparkassen der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe. Dennoch entschied sich die Sparkasse für PARES Kompakt, um die Angemessen­heit der Personalverteilung und die bestehenden Prozesse und Strukturen im Haus überprüfen zu können. Mit Hilfe dieses Instruments sollten aufgaben­bezogene Optimierungspotenziale identifiziert, die Notwendigkeit vorhandener Aufgaben überprüft und darauf aufbauend die Personalkapazitäten festgelegt werden. Mit der Durchführung der quantitativen und qualitativen Analyse wurde die snc Bayern beauftragt – aufgrund ­ihrer umfangreichen und bundesweiten Erfahrungen mit PARES Kompakt in kleinen, mittleren und großen Sparkassen.

Die Sparkasse Nördlingen profitierte durch PARES Kompakt und konnte auch als kleines Institut wichtige Erkenntnisse zu der Aufgabenverteilung im eigenen Haus sowie zu der Aufgabenbindung im Vergleich zu Referenz- und Vergleichswerten gewinnen. Die vorliegenden Ergebnisse zeigten beispielsweise, dass die Sparkasse Nördlingen im Vergleich zu ­den ausgewählten Vergleichssparkassen, ­deren Werte zuvor auf die Kundenanzahl und Treiberwerte der Sparkasse Nördlingen normiert worden waren, prozentual deutlich mehr Mitarbeiterkapazitäten in Vertriebsaufgaben bindet. Um die Ursache für den hohen Ressourceneinsatz zu erfahren, befragte die snc ­Bayern − im Rahmen der qualitativen Ana­lyse − ausgewählte Mitarbeiter aus Markt, Marktfolge und Stab über die Aufgabenbearbeitung und Tätigkeiten im Vertrieb / Verkauf. Im Vordergrund standen dabei die Aufgabenblöcke Kundenansprache, Bedarfsermittlung, Produktauswahl und -beratung sowie Produktverkauf.

Aufgrund der Erkenntnisse aus der qualitativen Analyse kennt die Sparkasse nun die Gründe für die Abweichungen: So erklärte sich der hohe Aufwand in der PARES Kompakt-Aufgabe „Kundenbeziehungen pflegen“ in einer hausspezifischen freiwilligen Zusatzleistung. An dieser wird die Sparkasse nach einer durchgeführten Bewertung auch künftig festhalten, da diese ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern bedeutet.

Auf diese Weise war eine intensive Auseinandersetzung und Bewertung der Erhebungsergebnisse und Optimierungsvorschläge der snc Bayern auch für die übrigen Bereiche möglich. So wurden Aufgaben identifiziert, bei denen die Vorgehensweisen und die damit gebundenen Mitarbeiterkapazitäten aus Sicht der Sparkasse angemessen sind – ausschlaggebend für diese Beurteilung ist allein die Sichtweise der einzelnen Sparkasse und keine Referenz- oder Vergleichswerte. In anderen Aufgabenblöcken wurden hingegen Effizienz-und Qualitätssteigerungspotenziale deutlich, für die die snc Bayern konkrete Verbesserungsvorschläge unterbreitet hat. Diese gilt es nun zu bewerten und zu priorisieren – meist können die Potenziale durch Prozessoptimierungen oder effizientere Gestaltung von Schnittstellen gehoben werden. Auch das ist eine wesentliche und wichtige Erkenntnis aus der qualitativen Analyse von PARES Kompakt: Die Sparkasse ist von der Vertriebsorganisation her gut aufgestellt – es sind lediglich Optimierungen bei Einzelaspekten des Vertriebs / Verkaufs notwendig. Weiteres Verbesserungspotential gab es auch bei einzelnen Aufgaben der Marktfolge und des Stabes.

Damit sich PARES Kompakt auch für kleinere Sparkassen – sowohl vom Aufwand als auch vom Nutzen her – rechnet, ist eine genaue und präzise Zielformulierung wichtig. Diese ermöglicht eine zielgenaue Ausgestaltung der Intensität und Ausrichtung der qualitativen Analyse. Die snc Bayern hat die einzelnen Phasen effizient und auch standardisiert ausgestaltet, sodass sich der Aufwand auch für kleine Sparkassen im Rahmen hält. Vorstand und Projektteam der Sparkasse Nördlingen empfehlen daher insbesondere kleinen Sparkassen, nicht auf die wertvollen Erkenntnisse und Ergebnisse aus PARES Kompakt zu verzichten.

Wolfgang Winter Vorstandsvorsitzender Sparkasse Nördlingen
Karlheinz Wiesinger Vorstandsmitglied Sparkasse Nördlingen
Werner Baumgartner Projektleiter Sparkasse Nördlingen