Digitalisierung lebt von Eindeutigkeit, von klar aufeinanderfolgenden Vorgängen, klaren Entscheidungswegen und -regeln, also der Umsetzung oder Einführung von Standards. So lautet die „Hausaufgabe“. Nur: Wie diese erledigen?

Ausnahmslos alle Bereiche einer Sparkasse werden von der Digitalisierung betroffen sein – mal mehr, mal weniger: Die Produktentwicklung und Preisgestaltung bezieht beispielsweise immer öfter die Ergebnisse komplexer (Prozessdaten-) Analysen oder eine Differenzierung für den elektronischen Vertriebsweg mit ein. Im Vertrieb sorgt man sich um den richtigen Zugang zum Kunden oder höhere Servicequalität durch digitale Angebote. In der Abwicklung der Bankgeschäfte selbst, also der Vertragsbe- und -verarbeitung, sowie den Steuerungsaufgaben der Bank spielt IT ohnehin schon seit Jahrzehnten eine Rolle.

Es geht aber um deutlich mehr, als um die reine (punktuelle) Benutzung von IT. Es geht bei der Digitalisierung aus Prozesssicht um die Automatisierung von bisher „kombinierten“ Prozessen: von Vorgängen, die immer wieder durch manuelle Tätigkeiten, Medienbrüche oder individuelle Entscheidungen geprägt sind – ob in Sachen Kundenbeziehung, Produktentwicklung oder hinsichtlich operationaler Aufgaben. Und genau diese Automatisierung fällt in Sparkassen noch schwer. Es scheint unsichtbare Barrieren zu geben, die bisher gelebten Abläufe zu digitalisieren.

Vielseitigkeit als Barriere

Die Vielseitigkeit (und leider oft auch Beliebigkeit) in aufeinanderfolgenden Vorgängen, Entscheidungswegen und -regeln steht in unserer Vorstellung digitalen Lösungen im Weg.

Prozessmanagement ist darauf ausgerichtet, Prozesse (und ihre Vielseitigkeit) zu erkennen und Standards zu schaffen. Damit ist die Grundlage für die Vermeidung von unnötigen und die Vereinfachung von komplizierten Prozessschritten gelegt. Sind viele ähnliche Prozesse vereinheitlicht, besteht erst wirklich die Aussicht sie auch erfolgreich zu digitalisieren.

Der Umstieg auf OSPlus_neo ist hier die erste Herausforderung von vielen, denn es ist auf Eindeutigkeit ausgelegt. Die PPS-Prozesse stehen als weitere Herausforderung vor der Tür. Auf diese Standards umzusteigen heißt, die vielen Wege, die bisher zum Ziel führen, zu einem zu verschlanken: PPS liefert je einen Musterprozess, nicht drei Varianten zum Aussuchen. Dieser eine Musterprozess wird auch die Grundlage für die Umsetzung im Rechenzentrum sein. Jeder Musterprozess wird die Sparkasse also vor die Aufgabe stellen, das jeweilige individuelle, oft variantenreiche Modell „eindeutig“ auf diesen Musterprozess auszurichten.

Die Sparkasse muss die eigenen Prozesse kritisch prüfen – NICHT, um den Beweis der besseren eigenen Prozesse zu erbringen, SONDERN, um festzustellen, wo und wie welche Mitarbeiter beim Umstieg auf Standards „mitgenommen“ werden müssen. Die Alternative: die Standards ablehnen und parallel kostspielige Alternativprozesse aufrechterhalten. Diese Alternative dürfte aus Wettbewerbs- und Kostengründen für die meisten Häuser ausscheiden. Darüber hinaus fällt auch die IT-Basis für derlei Unterfangen zunehmend weg.

 

Seien Sie selbstkritisch.

Prüfen Sie die Funktion und Akzeptanz Ihres Prozessmanagements und des Zusammenspiels der Akteure im Haus. Ein funktionierendes, gemeinsam gelebtes Prozessmanagement ist eine der notwendigen Grundlagen in der Zusammenarbeit, um die Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern.

Die Digitalisierung schreitet in vielen Fällen dank des Rechenzentrums von allein voran. Um daraus einen Nutzen zu ziehen, müssen die Sparkassen die von außen kommenden Impulse im Haus zügig implementieren können.

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