Vor allem kleine Sparkassen sehen sich angesichts der Migration auf OSPlus-­Kredit scheinbar vor einer Herkulesaufgabe. Das leistungsstarke System ermöglicht erhebliche Effizienzvorteile. Doch die notwendige passgenaue Administration beansprucht Ressourcen, die kleinen Sparkassen in diesem Umfang nicht zur Verfügung stehen. Um den Aufwand zu minimieren, sollte bei der Stadtsparkasse Bad Oeynhausen, die als Sparkasse der letzten Serie vor der Migration stand, folglich eine möglichst nahe Orientierung an den Musterprozessen aus R4plus erreicht werden – ohne die geschäftsnotwendigen Besonderheiten der Stadtsparkasse außer Acht zu lassen.

R4plus unterstützt gerade kleine Sparkassen, indem Musterprozesse, inklusive der zugehörigen Administrationsvor­gaben, zur Verfügung gestellt werden. Dabei wird auch der Rahmen aus Modell K ­genutzt.

Das Projekt teilte sich in drei Phasen auf:

  • Ist-Analyse
  • Prozessoptimierung
  • Administration und Schulung

Gestartet wurde mit der Ist-Analyse im Oktober 2011. Ziel war es, die damaligen Prozesse aufzunehmen, Abweichungen zu der Modellkonzeption zu benennen und erste Lösungsansätze für eine Effizienzsteigerung zu erarbeiten. Auf dieser Basis wurde im November 2011 der Grundstein für die Phasen 2 und 3 gelegt, indem eine Priorisierung der Projektinhalte vorgenommen und der Zeitplan festgelegt wurde. Start der Prozessoptimierung erfolgte dann im Januar 2012. Diese Projektphase gliederte sich in sechs Teilprojekte (siehe Abbildung).

SNC_1203_Umsetzungsprojekt

Das Umsetzungsprojekt umfasst nachfolgende Teilprojekte

Bereits im Rahmen des Teilprojektes 1 stellte sich heraus, dass sich eine vollständige Orientierung an R4plus, inklusive der damit verbundenen Produktvarianten und sonstigen Parametern, sehr schwierig gestalten wird. Dieser Eindruck verstärkte sich im Rahmen des Teilprojektes 3. Die Projektmaxime wurde freilich nicht aus den Augen verloren und auch erreicht: Denn viele sparkassenspezifische Besonderheiten haben keinen direkten Einfluss auf die Administration eines Prozesses.

Nach Abschluss des Teilprojektes 4 stand der erste Teil der administrativen Umsetzung von erarbeiteten Ergebnissen an, be­vor auf dieser Basis die Mitarbeiter ­geschult werden konnten. In Zusammenarbeit mit dem Beratungshaus konnte auch dieser Part durch ein Beratungs­unternehmen der S-Finanzgruppe ideal ab­gedeckt werden. Diese Kooperation gewährleistete eine optimale Verzahnung von bankfachlicher Prozessoptimierung, technischer Administration und Anwenderschulung. Das bedeutete für die Stadtsparkasse Bad Oeynhausen maximalen Nut­zen. Ent­sprechend reibungslos verlief dann auch der Umstieg auf OSPlus-Kredit im Privatkreditgeschäft Ende Mai 2012. Diese Vorgehensweise wurde analog für das gewerbliche Kreditgeschäft gewählt.

Durch die Neugestaltung hat die Stadtsparkasse Bad Oeynhausen eine erhebliche Verschlankung im Kreditgeschäft erreicht. Dies konnte vor allem durch die Symbiose aus bankfachlicher Prozess-optimierung und Administration sowie durch die enge Anlehnung an die Musterprozesse aus R4plus erzielt werden. Im Rahmen der Prozessoptimierung wurden auch weitere Rahmenbedingungen der jeweiligen Prozesse (z. B. Anwendungen und Formulare) beleuchtet und optimiert – und so die günstige Gelegenheit genutzt, lieb gewonnene Vorgehensweisen aus Effizienzgesichtspunkten zu überdenken.

Hans-Jürgen Nolting Vorstandsmitglied Stadtsparkasse Bad Oeynhausen
Juergen Lorie Projektleiter Stadtsparkasse Bad Oeynhausen