Mit der Einführung des regelbasierten Prozesses steigt der Berater immer über den gleichen Prozess ein. Das beseitigt die Unsicherheit, welcher Prozess verwendet werden soll.

Durch die Umstellung auf den regelbasierten gewerblichen Kreditworkflow in OSPlus-Kredit wird die Abwicklung von Kreditvorgängen in der Sparkassen-Finanzgruppe weiter automatisiert und der Anwender dadurch stärker unterstützt und geführt. Zu Beginn soll dies für die gewerblichen Kreditprozesse umgesetzt werden und die bisherigen technischen Prozesse gewerblich kurz und gewerblich ausführlich ablösen. Perspektivisch soll dies auch auf private Kreditprozesse ausgeweitet werden und zu einem „Meta-Prozess“ führen. Dies ist der absolut richtige Weg und unterstreicht die weitere Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen.

Ausgangssituation

Mit Release 17.1 hat die Finanz Informatik regelbasierte Kreditprozesse zur Abwicklung von gewerblichen Kreditvorgängen unter OSPlus-Kredit zur Verfügung gestellt. Die bisherigen Prozesse gewerblich kurz und gewerblich ausführlich werden mit Release 19.1 abgekündigt. Neue OSPlus-Kredit-Vorgänge können in den bisherigen technischen Workflows (gewerblich kurz und ausführlich) noch bis zum 31.12.2019 angelegt werden. Mit diesen Prozessen wurde bisher der Workflow der Abwicklung unterschieden. Einige Sparkassen haben mit dem gewerblich kurzen Prozess den Fallabschluss am Markt umgesetzt und entsprechende Regeln definiert, wann dieser Prozess zum Einsatz kommen soll. Konsequenz war, dass der Nutzer schon bei Beginn der Dokumentation in OSPlus-Kredit entscheiden musste, in welchen Prozess er einstigen möchte.

Zielsetzung und Vorteile für die Sparkasse

Mit Einführung des regelbasierten Prozesses steigt der Berater immer über den gleichen Prozess ein. Da die hausindividuellen Kriterien hinsichtlich des zu wählenden Prozessweges und -ablaufs hinterlegt sind, erkennt das System automatisch, welcher Prozessablauf für die zugrundeliegende Finanzierung vorgesehen ist. Auf dieser Basis wird der Anwender durch die relevanten Prozessschritte technisch geführt. Das bisher vorhandene Fehlerpotenzial, ausgelöst durch das manuelle Ansteuern von ggf. nicht erforderlichen Maskeninhalten oder durch das manuelle Überspringen von erforderlichen Dokumentationsvorgaben, wird reduziert. Das Regelwerk stellt eine institutsweit einheitliche Bearbeitung von Finanzierungsvorgängen sicher.

Gleichzeitig sollen die Administrations- und Wartungsaufwände reduziert werden, da nur noch ein Workflow gepflegt werden muss. In einer finalen Ausbaustufe scheint es zielführend, sämtliche Prozesse des Kreditgeschäftes über einen sogenannten Meta-Prozess abzuwickeln: Für die kommenden Ausbaustufen ist die Integration von privaten Finanzierungen sowie von Bestandsgeschäftsvorfällen vorgesehen. Die heute verfügbaren Regeln werden dementsprechend erweitert.

Herausforderung für die Sparkasse

Um eine reibungslose Einführung zu gewährleisten sind folgende Schritte erforderlich:

  • Aufnahme aller Kriterien, die heute den Prozessablauf steuern

Welche Prozesse existieren im Haus? Was sind die Auslöser/Kriterien für die einzelnen Prozesse?

  • Abgleich der Prozessabläufe mit den Empfehlungen aus Modell K 3.0

Der regelbasierte Prozess kennt mehrere Prozessstraßen, welchen wiederum feste Prozessschritte, Verantwortlichkeiten je Prozessschritte und Zeitpunkte, wann diese Prozessschritte zum Tragen kommen, zugeordnet sind.

Das technische Regelwerk zieht sich die Kriterien aus den OSPlus-Vorgangsdaten und gleicht diese mit den vorgegebenen Kriterien für die jeweilige Prozessstraße ab. Treffen die Kriterien für die Prozessstraße zu, wird der Anwender durch diese Prozessstraße hindurchgeleitet.

Die Prozessstraßen sind analog Modell K 3.0 vorbereitet. Die Entscheidungen durch das Regelwerk führen in die jeweilige Prozessstraße:

Hier gilt es, die eigenen Prozesse mit den Muster-prozessen abzugleichen und Strategien zum Umgang mit Abweichungen festzulegen.

 

 

 

  • Überprüfung der definierten Betragsgrenzen

Im Zusammenhang mit der Einführung bietet sich auch die Überprüfung von gesetzten Betragsgrenzen (z.B. Risikorelevanz, Ratinggrenzen) an. Dies ist kein Muss, aber eine durchaus sinnvolle Ergänzung.

  • Abbildung der hauseigenen Kriterien im Regelsatz

Nachdem alle Kriterien (wie z.B. Finanzierungsbedarf, Gesamtobligo, Blankoanteil, Negativmerkmal Antragsteller, Dauer Geschäftsverbindung, Sicherheiten Bearbeitungsstatus) erkannt, überprüft und ggfs. angepasst wurden, sind diese im Regelsatz zur Steuerung der Prozesse abzubilden. Erfahrungsgemäß können zum aktuellen Stand nicht alle in Sparkassen definierten Kriterien 1:1 umgesetzt werden. Dann gilt es, erneut zu hinterfragen, welche Alternativen denkbar sind.

Bei all diesen Schritten stößt man schnell auf weitreichende und übergeordnete Fragestellungen sowie auf Themen der Prozessgestaltung. Die Sparkasse sollte sowohl einen zeitlichen Vorlauf als auch entsprechende personelle Ressourcen für Konzeption und Umsetzung einplanen.

Unterstützungsangebot der SC

Gerne helfen wir Ihnen dabei, die Themen frühzeitig zu identifizieren und zielgerichtet abzuarbeiten. Dazu haben wir einen eintägigen Workshop entwickelt, in dem wir mit Ihnen die Voraussetzungen prüfen und Lücken aufdecken. Auf dieser Basis erstellen wir einen konkreten Vorgehensvorschlag, um eine reibungslose Einführung sicherstellen zu können. Das gibt Ihnen nicht nur die nötige Planungssicherheit für die Einführung, sondern liefert für Sie auch den wertvollen Input und Lösungsansätze aus einer Vielzahl durchgeführter Projekte.