Eine Geschäftsstrategie und deren regelmäßige Überprüfung als Basis des operativen Geschäfts sind betriebswirtschaftlich empfehlenswert und aufsichtlich gefordert. In den MaRisk vom 15. Dezember 2010 erfolgten Klarstellungen zu den ­inhaltlichen Anforderungen an Strategiedokumente sowie an die Ausgestaltung des Strategieprozesses. Auf Basis dieser Ausgangssituation wurden in den Sparkassen Strategiedokumente erarbeitet und Strategieprozesse implementiert.

Die aufsichtlichen Anforderungen führen zu verschiedenen Fragestellungen in den Sparkassen. Beispielsweise ist zu klären, welche Arbeiten im Rahmen der Analyse durchzuführen sind, wie die geforderte Verknüpfung der strategischen Ziele mit der operativen Planung gelingen kann, welche strategischen Zielgrößen und -werte abgeleitet werden können oder wie das strategisches Controlling effizient umgesetzt werden kann. Unsicherheiten in diesen Themen münden oftmals in ineffizienten Strategieprozessen und in sehr umfangreichen Strategiedokumenten, die kaum eine Sinn stiftende Wirkung entfalten können.

Auf Basis der Erfahrungen des Beratungs­hauses bei der Beratung von Sparkassen in Strategieprojekten wurde der Strategie-Check entwickelt. Dieser Check verfolgt drei wesentliche Ziele:

  • Sicherstellung der Erfüllung der aufsichtlichen Anforderungen an Strategien und an den Strategieprozess
  • Gestaltung eines effizienten Strategieprozesses
  • Formulierung Sinn stiftender Strategien

Um die Themen „Strategien und Strategieprozess“ speziell im Fokus der aufsichtlichen Anforderungen zu diskutieren und um einen unabhängigen Blick eines fachkundigen Dritten auf die individuelle Umsetzung zu erhalten, führte die Sparkasse Burgenlandkreis einen solchen Check mit dem Beratungshaus durch.

Nach dem Unterlagenstudium der relevanten Dokumente durch die Mitarbeiter des Beratungshauses folgte ein Aufnahmeworkshop. Hierin erläuterten die Spezialisten der Sparkasse die prozessualen Regelungen sowie deren Umsetzung in der Praxis. Neben den einzelnen Phasen des Prozesses standen die Formulierungen in den Strategiedokumenten, die strategischen Ziele und deren Operationalisierung im Fokus der Interviews.

Erkannte Handlungsfelder wurden im folgenden Optimierungsworkshop thema­tisiert. Neben der Erläuterung der aufsichtlichen Anforderungen wurden anhand von Beispielen Lösungsansätze aufgezeigt, um diese Anforderungen erfüllen zu können. Den Mitarbeitern des Beratungshauses ging es hierbei vor allem ­darum, mit einfachen und leicht adaptierbaren Lösungen eine schnelle Umsetzbarkeit mit überschaubarem Aufwand zu gewährleisten. Umsetzungsbeispiele aus anderen Projekten des Beratungshauses, die sich bereits in der Praxis bewährt haben, standen im Vordergrund.

Als Ergebnis des Projekts liegt der Sparkasse eine Bewertung des Strategieprozesses und der Strategiedokumente vor, bei der insbesondere die aufsichtlichen Anforderungen und deren Erfüllung dargestellt werden. Für erkannte Handlungsfelder wurden gemeinsam Optimierungsvorschläge erarbeitet, so dass auf dieser Basis eine Verknüpfung von Strategien und operativer Umsetzung realisiert werden kann – eine Sinn stiftende Steuerungswirkung der Strategien kann sich hieraus entfalten.

Jörn Stauch Unternehmens- bereichsleiter Gesamtbank- steuerung Sparkasse Burgenlandkreis
Holger Kirsten Mitarbeiter im Fachbereich Strategie Sparkasse Burgenlandkreis