Die Konditionsgestaltung der Sparkassenprodukte stellt in Zeiten eines verschärften Wettbewerbs und einer Niedrigzinsphase viele Sparkassen vor Herausforderungen. Rückläufige Margen führen zu rückläufigen Erlösen, was die Eigenkapitalstärkung erschwert und auch die Risikotragfähigkeit belastet. Um gegensteuern zu können, ist Transparenz hinsichtlich der Erlös- und Kostenkomponenten notwendig. Auf dieser Basis können entsprechende Rückschlüsse für die Gestaltung der Vorkalkulation gezogen werden. Eine abgestimmte Nachkalkulation vervollständigt das System und zeigt den Erfolg der Vertriebseinheiten auf.

Um diese Transparenz bei der Kalkulation zu erlangen und die Steuerungsmöglichkeiten nutzen zu können, beauftragte die Bordesholmer Sparkasse AG das Beratungshaus, die Vor- und Nachkalkulation zu optimieren.

In der ersten Phase des Projekts wurde der Umsetzungsstand der Vorkalkulation, der Konditionsfindung sowie der Nachkalkulation erhoben. Neben den bankfachlichen Festlegungen zu einzelnen Produkten standen die Prozessgestaltung und die eingesetzten technischen Instrumente im Fokus der Aufnahme. Im Rahmen der systematischen Aufnahme konnten weitere Handlungsfelder identifiziert und oftmals in Folge einer zügigen Lösung in Quick-wins umgewandelt werden.

In der anschließenden konzeptionellen Phase erfolgte die Formulierung des Zielbilds, das folgende wesentliche Punkte beinhaltete:

  • Festlegung der relevanten Produkte
  • Definition des Kalkulationsschemas
  • Erarbeitung und Festlegung der Parametrisierung zur Kalkulation
  • Erarbeitung eines Prozesses zur Aktualisierung des Margentableaus sowie der Konditionsanpassung
  • Regelung der Sonderkonditionskompetenzen
  • Konzeptionelle Gestaltung des Berichtswesen der Nachkalkulation

Prämisse hierbei war, dass Vor- und Nachkalkulation aufeinander abgestimmt sind sowie die Konsistenz zu den Instrumenten und Methoden der Gesamtbanksteuerung gewährleistet ist.

Nach der Abnahme der konzeptionellen Ausarbeitungen durch den Vorstand erfolgte die Umsetzung. Insbesondere die technische Abbildung in OSPlus stellte hier ein entsprechendes Aufgabenpaket dar. Beispielsweise war zur Darstellung der Risikokosten die Administration des Bonitätsprämientableaus notwendig.

Als Ergebnis des Projekts verfügt die Sparkasse über einen effizienten Prozess zur Vorkalkulation und Konditionsfindung. Kalkulationsschema und Parametrisierung sind klar geregelt und werden sowohl für die Vor- als auch Nachkalkulation angewendet. Die Veröffentlichung der Ergebnisse der Nachkalkulation der Vertriebseinheiten zeigt deren betriebswirtschaftlichen Erfolg auf und wird zu Steuerungszwecken genutzt. Die Transparenz hinsichtlich der Erfolgskomponenten der bilanzwirksamen Produkte ist gegeben, was eine wesentliche Voraussetzung für eine angemessene Steuerung ist.

Detlev Küfe Vorstandsvorsitzender Bordesholmer Sparkasse AG
Rolf Kohn Generalbevoll- mächtigter Bordesholmer Sparkasse AG
Torsten Hingst Abteilungsleiter Betriebswirtschaft Bordesholmer Sparkasse AG